Motivation als Selbstläufer 

Im Gespräch mit Sven Rabe und Christian Sipöcz, Vorstandsmitglieder der VAV Versicherungs-AG in der fairmedia Ausgabe 2021, über Positionierung, Auszeichnungen und Partner, warum Kommunizieren wichtiger ist denn je, Automatisierung Mittel zum Zweck und Motivation ein Selbstläufer ist.  

Wie sind Sie heute in den Montag gestartet und was steht gerade auf der Agenda?  

Sven Rabe: Ich bin gut erholt in die Woche gestartet. Da die eigene Freizeit derzeit durch Corona am Wochenende nur begrenzt gestaltbar ist, wird man gewissermaßen dabei unterstützt. Arbeitstechnisch steht am Anfang des Jahres immer das Thema Jahresabschluss auf der Agenda. Gerade ist der Wirtschaftsprüfer vor Ort und ich freue mich, dass die Bilanz 2020 bald erledigt ist und wir uns voll und ganz dem aktuellen Jahr zuwenden können.  

Christian Sipöcz: Mein Start in den Montag begann – wie immer – voller Tatendrang. Wir hatten vormittags bereits ein Meeting mit den Führungskräften, um aktuelle Themen und Schwerpunkte zu diskutieren, damit alle den gleichen Wissensstand haben. Wichtig ist für uns zu sehen, wie das Jahr anläuft. Das schaut auch heuer sehr gut aus und wir hoffen, dass wir weiterhin am Schwung der letzten Jahre aufbauen können. 

Der ÖGVS hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsmagazin Trend die VAV zum zweiten Mal in Folge für die beste Haushaltsversicherung Österreichs ausgezeichnet. Was machen Sie anders als die anderen Anbieter? 

Christian Sipöcz: Die von den Vertriebspartnern und Kunden sehr gut angenommenen Produkte der VAV spielen eine gewichtige Rolle. Die VAV stattet jedes seiner Produkte mit Best-Advice Komponenten aus und hat gerade in der jüngeren Vergangenheit dafür gesorgt, dass durch diese Weiterentwicklung das Preis-/Leistungsverhältnis speziell für unabhängige Vermittlerinnen und Vermittler sehr attraktiv ist. 

Zusätzlich werden die Services der VAV sowie deren vertriebliche Ausrichtung gut angenommen. Die VAV hat schon immer viel in effiziente Prozesse investiert und wird als technisch fitter Versicherer am österreichischen Versicherungsmarkt wahrgenommen. Automatisierte Verarbeitung von Anträgen bis hin zur Sofortpolizze, die in wenigen Sekunden in das E-Mail-Postfach retourniert wird, sind nur kleine Beispiele dafür. 

Aufgrund unserer Nähe zu den Vertriebspartnern und der kurzen Wege ist bei uns eine rasche Kommunikation aber auch Lösung von auftretenden Problemen möglich. 

Sven Rabe: Der angesprochene Award ist ein Produktaward, der objektiv die Produktqualität bewertet. Was uns fast noch mehr freut, sind die Ergebnisse der Maklerawards und der Endkundenbefragungen, die auch zu überdurchschnittlichen Ergebnissen geführt haben. Bei den AssCompact Awards, wo Vermittler befragt werden, haben wir den 2. Platz in der Kategorie KFZ belegt. Wir sind Partner des ungebundenen Vertriebs und haben keinen eigenen angestellten Außendienst und da ist es umso wichtiger, genau für diese Vertriebswege passende Produkte vorrätig zu haben. Wir differenzieren stark die Risiken. Dort, wo der Schadenbedarf laut unseren Analysen niedrig ist, geben wir das im Preis weiter. Der Makler erlebt in vielen Fällen, das die VAV ungeschlagen im Preis und auch in der Leistung die Nummer eins ist.  

Unsere Positionierung als erfolgreicher KFZ Versicherer haben wir in den vergangenen Jahren konsequent um die Wahrnehmung als wettbewerbsfähiger Sachversicherer ergänzt. Hierzu haben wir die Abschluss- und Schadenprozesse komplett überarbeitet und im besonderen Maße die Produktqualität im Fokus gehabt. Bei der VAV muss jedes Produkt „Best-Advice Kriterien“ für den Vertriebspartner erfüllen und an einer oder an mehreren Stellen in Bezug auf die Versicherungssumme oder den Bedingungen nachweisbar darlegen, warum dieses Produkt besser ist als Produkte, die sonst im Markt angeboten werden.  

Obwohl das nicht einfach ist, ist es uns dennoch gelungen, gerade im Haushalt- und Eigenheim Bereich ein modulares Best-Advice Produkt zu kreieren, wofür wir schlussendlich ausgezeichnet wurden.  

Und nicht zuletzt gewinnt die Markenbekanntheit stärker an Bedeutung. Als Sachversicherer benötigt man eine gewisse Markenbekanntheit beim Kunden, gerade in der Abschlusssituation über den ungebundenen Vertrieb. Der Kunde muss die Marke kennen. Da haben wir in den letzten Jahren stark in Fernsehwerbung investiert und da werden wir bewusst weitermachen.  

Worauf liegen die Hauptaugenmerke in der Weiterentwicklung der Leistungen und der Organisation derzeit und in weiterer Zukunft? 

Sven Rabe: Wir werden alles weitermachen, was wir in der Vergangenheit schon gut gemacht haben. Wir setzen in den nächsten Jahren weiterhin auf ein Investment in unsere Prozesse, wo bereits viel passiert ist, dass unseren Kunden und Vertriebspartnern schon heute zugutekommt, aber wo es noch viel Potential gibt. Für die VAV ist das Thema Digitalisierung und Prozessautomatisation ein wichtiger Fokus, einerseits im Abschlussbereich, wo wir die Vollintegration von TAA-Prozessen (Tarifierung, Abschluss, Angebot) in die Vertriebspartnersysteme gerade umsetzen und andererseits im Schadenbereich, wo wir aktuell in der Sparte KFZ die Schadenautomatisierung vorantreiben. Zielsetzung ist hier in weiterer Zukunft innerhalb von 24-Stunden Schäden zu regulieren. Bei den Abschlussprozessen erhöhen wir die Usability für den Vertriebspartner und zeigen, dass es Spaß macht, mit der VAV zusammenzuarbeiten. Beides wird für den Kunden spürbar sein.  

Christian Sipöcz: Durch die enge Verzahnung des Produktmanagements mit dem Vertrieb sowie der Fokussierung auf Makler und Mehrfachagenten haben wir als VAV eine sehr effiziente Aufstellung. Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, die Anzahl aber auch die Produktivität der mit uns kooperierenden Vertriebspartner deutlich zu erhöhen und wollen diese Dynamik weiter fortsetzen. Ein weiterhin strukturierter Zugang sowie die persönliche Nähe – sollte es COVID-19 wieder zulassen – werden auch zukünftig eine wichtige Rolle bei der VAV spielen.  

Wie sehen Sie das Thema Digitalisierung im Zusammenhang mit Plattformen? 

Sven Rabe: Derzeit beobachten wir hier den Markt. Die größten Netzwerke bestehen derzeit im Bereich der Sachverständigen. Aus der Schadenprozesssicht bei gleichzeitigem Kundennutzen sind Handwerkernetzwerke in der Sachversicherung für uns interessant. Den Schadenmanagementprozess haben wir bereits im KFZ-Bereich gestartet und ausgehend von der Schadenmeldung eine Unterstützung des Kunden etabliert, was beispielsweise einen Hol- und Bring-Service des defekten Fahrzeuges und zwischenzeitlicher Leihwagennutzung beinhaltet. Die nächsten Schritte setzen wir dieses Jahr im Sachgeschäft. Dazu werden wir mit ein bis zwei Handwerkernetzwerken erste Kooperationen schließen und diese in die Schadenprozesse einbinden. 

Wie vernetzen Sie Dienstleister aus den unterschiedlichen Bereichen (Handwerker, Sachverständige, etc.) mit den Versicherungsmaklern?  

Sven Rabe: Im KFZ-Bereich arbeiten wir mit Mo‘Drive als Mobilitätsdienstleister und Carglass zusammen, was eine Produktaufwertung bedeutet und eine Erweiterung des Leistungsumfangs des Versicherers und dessen, was der Vertriebspartner für seinen Kunden anbieten kann. Eine Versicherung ist heute nicht nur da, um eine Rechnung zu begleichen, sondern muss im Schaden begleiten und mit guten Prozessen den Kunden unterstützen.  

Jede Organisation steht und fällt mit ihren Mitarbeitern, Maklern bzw. Partnern. Welche Initiativen oder Aktivitäten in der Unternehmenskultur setzen Sie, um Motivation zu schaffen?   

Christian Sipöcz: Die aktuell sehr dynamische Entwicklung der VAV – wir sind in den letzten 3 Jahren organisch um + 31 % im Portfolio gewachsen – sorgt dafür, dass die Motivation intern ein Selbstläufer ist. Es gibt nichts Besseres, als in einer erfolgreichen Organisation zu arbeiten und durch gesetzte Maßnahmen sehr rasch Erfolge zu sehen. Trotzdem muss man ständig daran arbeiten. Die Unternehmenskultur der VAV zeichnet sich insbesondere durch die starke Einbindung unserer motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gestaltung und Entscheidungsfindung aus. Kurze Wege, viel und transparente Kommunikation sowie ein seit kurzem eingeführtes Beteiligungsmodell am Unternehmenserfolg tragen ebenfalls dazu bei, hoch motiviert und gerne bei der VAV zu arbeiten.  

Sven Rabe: Die Grundstimmung bei uns im Haus ist sehr gut, weil wir gemeinsam Wachstum organisieren und nicht über Kostenprogramme sprechen. So können wir auch leichter über Automatisierung reden, weil wir diese benötigen, um unser Wachstum zu bewältigen. Es ist wichtig, viel mit den Mitarbeitern und Partnern zu reden, viel zu kommunizieren und das tun wir sehr gern.  

Was macht Ihnen selbst besonders Freude an Ihrer Tätigkeit? 

Sven Rabe: Da, wo man was gestalten kann, ist es erfüllend. Wir haben die große Freude, dass wir zwar in einen Konzern eingebunden sind, aber ein hohes Maß an persönlicher Gestaltungsfreiheit haben. Wir haben derzeit einen Marktanteil von 2 % in KFZ und knapp über 1 % in Sachgeschäft. Der Markt liegt somit vor uns. Zu neuen Mitarbeitern bringen wir es folgendermaßen auf den Punkt: „Am Ende ist es gar nicht so kompliziert. Es muss unseren Vertriebspartnern einfach nur ein Stück weit mehr Spaß machen, mit der VAV zu arbeiten als mit den Mitbewerbern.“  

Christian Sipöcz: Aufgrund meiner Ausbildung mag ich es sehr, strukturiert an bestimmte Themen heranzugehen. Gemeinsam etwas mit anderen Menschen zu erarbeiten, umzusetzen und zu sehen, dass ein großer Teil davon funktioniert, bereitet mir sehr viel Freude. Bei der VAV habe ich in den letzten 3 Jahren genau diese positiven Erfahrungen gemacht. Das kann gerne so weitergehen.   

Haben Sie einen persönlichen Motivationstipp für nicht so gute Tage, den Sie uns an dieser Stelle verraten?  

Christian Sipöcz: Wenn es einmal nicht so läuft wie gewünscht, ist es meines Erachtens wichtig, seiner Linie treu zu bleiben. Persönlich versuche ich, mich an den Dingen wieder „hochzuziehen“, die gut funktionieren. 

Sven Rabe: Ich habe mir im daily business angewöhnt, die unangenehmen Dinge des Tages immer gleich zu Beginn zu erledigen.  Das bringt Kraft und Motivation für den ganzen Tag. 

Über die VAV 

Die VAV Versicherungs-AG ist Teil der VHV Gruppe und hat rund 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 2020) in Österreich und arbeitet mit rund 2.500 Maklern und Mehrfachagenten österreichweit als Partner zusammen, um über 225.000 Kunden zu servicieren.  

Dipl.-Oek. Sven Rabe ist bereits seit 2009 im Vorstand der VAV und hat 2018 den Vorstandsvorsitz übernommen. Davor war der Hannoveraner für die VHV Gruppe, die Konzernmutter der VAV mit Sitz in Hannover, als Abteilungsleiter im Finanzbereich, als Leiter des Risikomanagements und Vorstandsassistent tätig. 


Dipl.-Ing. Christian Sipöcz ist als studierter Versicherungsmathematiker Mitglied des Vorstands der VAV und verantwortet u. a. die Bereiche Produktmanagement, Vertrieb und das Servicecenter. Der anerkannte Aktuar der Aktuarvereinigung Österreichs ist gebürtiger Eisenstädter und war in unterschiedlichen Versicherungsorganisationen in leitenden Positionen tätig u. a. bei der Allianz Elementar Versicherungs-AG und zuletzt als Vorstand bei der Ergo Versicherungs-AG.