Wenn aus Schadware neue Chancen entstehen: Der mitunter lange Weg zum guten Zweck.
Schadware erkennen, Zustimmung zur WeiterFAIRmittlung einholen und Ware aufbewahren
Eine erfolgreiche WeiterFAIRmittlung beginnt oft mit einer einfachen Feststellung: Die beschädigte oder ausgemusterte Ware ist für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr einsetzbar, jedoch noch viel zu schade für die Entsorgung. Genau hier setzt faircheck an. Bereits bei der Aktanlage oder bei der Besichtigung vor Ort erkennen unser Backoffice oder unsere Schadenexperten, ob sich eine Schadware für eine karitative Weitergabe eignen könnte. Bevor wir aktiv werden können, benötigen wir die Zustimmung der Versicherung. Liegt diese vor, bitten wir den Versicherungsnehmer oder Anspruchsteller, die Ware vorerst aufzubewahren. Anschließend beginnt die eigentliche Herausforderung: die Suche nach einem passenden Abnehmer.
Passende Abnehmer suchen und finden, Logistik organisieren
Dafür greifen wir auf unser über Jahre gewachsenes CSR-Netzwerk zurück. Je nach Art und Umfang der Ware gelingt eine Vermittlung rasch oder erfordert viel Geduld. Gerade karitative Organisationen verfügen oft nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Lange Transportwege oder aufwendige Abholungen sind deshalb nicht immer möglich. Wo immer es machbar ist, unterstützt faircheck auch bei der Logistik. Immer wieder entstehen dabei kreative Lösungen. Waren werden von regionalen Schadenexperten übernommen, an Kolleginnen und Kollegen weitergegeben oder über mehrere Stationen transportiert, bis sie ihren Bestimmungsort erreichen. Solche Übergaben erfolgen oft neben dem Tagesgeschäft und ziehen sich nicht selten über Wochen oder sogar Monate.
Ein besonders herausfordernder Fall waren große Stoffballen aus einem Schadenfall in Niederösterreich. Die Stoffe mussten zunächst gesichtet und aus einer großen Menge ausgewählt werden. Obwohl die Ware hochwertig und gut erhalten war, fand sich in unserem Netzwerk zunächst keine Organisation, die die Abholung und Weiterverarbeitung dieser großen Stoffmenge stemmen konnte.
Es folgten zahlreiche Gespräche, Telefonate und E-Mails. Erst nach intensiver Suche konnte schließlich eine Organisation gefunden werden: Die Tagesstruktur re.mix Hartberg erklärte sich bereit, die Stoffe zu übernehmen. Der Aufwand hatte sich gelohnt: Die Stoffe erhielten eine neue Verwendung und gleichzeitig entstand ein konkreter Mehrwert für eine soziale Einrichtung. Doch nicht jede WeiterFAIRmittlung führt zum Erfolg. Manche Projekte scheitern trotz großen Engagements der Beteiligten. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.
Erfolgreiche Weitergabe sowie Dokumentation und Information an die Versicherung im Sinne der Transparenz
Eine gelungene WeiterFAIRmittlung lebt vom Zusammenspiel aller Beteiligten und vom gemeinsamen Verständnis, aus einem Schadenfall einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. Gelegentlich verändern sich jedoch im Laufe des Prozesses die Voraussetzungen oder Erwartungen einzelner Beteiligter. So orientierte sich ein Geschädigter an seinen Erfahrungen aus einem früheren, ähnlich gelagerten Schadenereignis. Damals hatte er die Ware nach der Versicherungsleistung selbst verwertet und abverkauft. Da er auch diesmal mit dieser Möglichkeit rechnete, entschied er sich schließlich gegen die Abgabe der Ware für karitative Zwecke. Für die geplante WeiterFAIRmittlung bestand damit keine Grundlage mehr. In anderen Fällen stehen rechtliche oder haftungsbezogene Fragen einer Weitervermittlung im Weg. So gab es beispielsweise Weihnachtsbeleuchtungen aus einem Schadenfall, die selbst nicht beschädigt waren und sich grundsätzlich für eine Weitergabe geeignet hätten. Da jedoch niemand die Verantwortung für die weitere Nutzung übernehmen wollte, konnte keine Vermittlung erfolgen.
Gerade solche Fälle zeigen, dass eine WeiterFAIRmittlung weit mehr bedeutet als die Übergabe von Ware. Sie erfordert Ausdauer, ein funktionierendes Netzwerk und die Bereitschaft, nach Lösungen zu suchen, auch wenn diese nicht sofort sichtbar sind. Umso größer ist die Freude, wenn ein Projekt gelingt. Denn jede erfolgreiche WeiterFAIRmittlung spart Ressourcen, vermeidet Abfall und unterstützt Menschen oder Organisationen, die mit den übernommenen Gütern einen echten Mehrwert schaffen können. Im Sinne der Transparenz informieren wir die zuständige Versicherung über den Abschluss des Projekts und dokumentieren die Weitergabe mit Bildern sowie Informationen über die weitere Verwendung der Ware. Damit ist der CSR-Fall offiziell abgeschlossen.



