Eine ganz besondere WeiterFAIRmittlung: Vom Schadenfall zur Stimmungspuppe
Manchmal entstehen aus Schadenfällen besondere Geschichten. Heute erzählen wir eine davon. Im Jahr 2024 begutachteten wir einen Wasserschaden in einem Warenlager in Niederösterreich. Durch eintretendes Niederschlagswasser wurden zahlreiche Stoffballen beschädigt und für den Verkauf unbrauchbar. Dank der Freigabe der Generali Versicherung konnten wir die Stoffe im Rahmen unserer CSR-Initiative „WeiterFAIRwertung von einwandfreien Wirtschaftsgütern“ einem karitativen Zweck zuführen. Zwei Jahre später sind diese Stoffe in Form von Stimmungspuppen zu uns zurückgekehrt. Lesen Sie hier die ganze Geschichte sowie ein Interview mit Margit Hein, Fachtrainerin bei pro mente Graz und kreativer Kopf hinter den Stoffpuppen.
Wir dürfen vorstellen

fairNando und fairNanda: Die Stimmungspuppe mit ihren zwei Gesichtern verkörpert das, wofür faircheck seit vielen Jahren steht: Kreislaufwirtschaft fördern und Nachhaltigkeit leben. Aus nicht mehr verkäuflicher Ware entstand durch Upcycling ein neues Produkt, anstatt wertvolle Ressourcen zu entsorgen. Die Verarbeitung erfolgte durch eine gemeinnützige Organisation, die Menschen mit psychosozialen Herausforderungen und psychischen Erkrankungen im Rahmen ihrer beruflichen Rehabilitation begleitet. So schafft die Puppe mehrfachen Mehrwert: für die Umwelt, für die Gesellschaft und für einen bewussten Umgang mit Ressourcen.
Die Geschichte
Unwetter und Starkregen im Jahr 2024: Unser Schadenexperte Robert Hirschler besichtigt in Niederösterreich ein Warenlager, das durch eintretendes Niederschlagswasser beschädigt wurde. Bereits vor Ort erkennt er das Potenzial für einen CSR-Fall und leitet die notwendigen Schritte ein.



Dank der Freigabe der Generali Versicherung konnten wir die Stoffe im Rahmen unserer CSR-Initiative „WeiterFAIRwertung von einwandfreien Wirtschaftsgütern“ weitervermitteln. Nach zahlreichen Telefonaten innerhalb unseres Netzwerks fand sich schließlich ein Abnehmer für die Stoffballen. Eine Niederlassung von pro mente Steiermark in Hartberg erklärte sich bereit, die Stoffe in Niederösterreich abzuholen. Von dort wurden sie auf verschiedene Standorte in der gesamten Steiermark verteilt. Damit war der Fall für faircheck abgeschlossen und die Spur der Stoffe verlor sich zunächst.

Man sieht sich immer zweimal im Leben
Durch einen glücklichen Zufall erfuhr unsere Geschäftsführerin Eva Kasper, dass ein Teil der Stoffe bei pro mente Graz gelandet war und dort großen Anklang fand. Stoffspenden dieser Art sind selten und wurden aufgrund ihrer hohen Qualität besonders geschätzt. Die Pädagogische Hochschule Graz hatte Stimmungspuppen für angehende Pädagoginnen und Pädagogen in Auftrag gegeben. Diese sollen Kindern helfen, unterschiedliche Emotionen zu erkennen und auszudrücken und werden in der Ausbildung eingesetzt. Die weichen Stoffe eigneten sich dafür ideal.
Diese Idee griffen wir auf. Denn auch in der Schadenregulierung spielen Emotionen oft eine wichtige Rolle. Deshalb beschlossen wir, ebenfalls Stimmungspuppen aus diesen Stoffen für faircheck anfertigen zu lassen. Die Gestaltung und Produktion übernahm erneut pro mente.





Was passiert nun mit den Stimmungspuppen?
Ende Juli trafen die fertigen Stoffpuppen in unserem Backoffice ein und wurden auf die Namen fairNando und fairNanda getauft. Inzwischen haben die einzelnen Stimmungspuppen bereits ein neues Zuhause gefunden. Wo sie heute im Einsatz sind, zeigen wir Ihnen hier in Kürze mit weiteren Bildern.
Behind the Scenes
Wie aus Stoffen die faircheck Stimmungspuppe fairNanda und fairNando entstand.
Interview zum Making-of mit Margit Hein, pro mente, Graz
Wie die Stoffe ihren Weg nach Graz fanden, wie die Idee zu den Stimmungspuppen entstand und welche Schritte bis zum fertigen Produkt nötig waren, erzählt uns Margit Hein, Fachtrainerin im Nähbereich und kreativer Kopf bei pro mente Graz, im folgenden Interview.

faircheck: Liebe Frau Hein, erzählen Sie uns kurz, was pro mente genau macht und welche Position Sie dort innehaben?
Margit Hein, pro mente: Die pro mente steiermark GmbH unterstützt Menschen mit psychosozialen Problemstellungen und psychischen Erkrankungen mit einer Vielzahl von Hilfsangeboten. Ziel ist es, die individuelle Lebensqualität zu verbessern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Zu den Angeboten zählen berufliche Rehabilitation, tagesstrukturierende und stundenweise Beschäftigung, betreutes Wohnen, mobile sozialpsychiatrische Betreuung, Forensik, Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz, Diagnostik, Beratung, betriebliche Gesundheitsvorsorge sowie Bildungsangebote.
Ich bin Fachtrainerin im Nähbereich der Tagesstruktur per arte Graz. Zu meinen Aufgaben gehören die fachliche Einschulung der Teilnehmer*innen, die Anleitung bei unterschiedlichen Nähprojekten sowie die Planung der Arbeitsabläufe. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen setze ich Kundenaufträge und Projekte mit Kooperationspartner*innen um. Außerdem bin ich für die Auftragsakquise zuständig und arbeite selbst aktiv im Nähbereich mit.
faircheck: Wie sind die Stoffe aus unserem CSR-WeiterFAIRwertungsprojekt zu Ihnen gekommen? Was war notwendig, damit die Stoffe verwendet werden konnten?
Margit Hein, pro mente: Wir erhielten von unserer Leitung, Frau Vivien Hage, MSc, die Information über die Stoffspende. Kolleg*innen der Tagesstruktur re.mix Hartberg holten die Stoffe in Niederösterreich ab und verteilten sie auf die verschiedenen Standorte von pro mente in der Steiermark. Die Stoffe wurden zunächst gesichtet und gereinigt, da sie teilweise nass und verschmutzt waren. Erst danach konnten wir sie weiterverarbeiten und für die Stimmungspuppen verwenden.
faircheck: Wie entstand die Idee zu den Stimmungspuppen und in welchem Kontext werden sie eingesetzt?
Margit Hein, pro mente: Wir haben bereits früher Handpuppen gemacht und die Idee wurde nun wieder aufgegriffen. Die Stimmungspuppen unterstützen dabei, Emotionen zu beschreiben und den Zugang zu diesen erleichtern, insbesondere wenn es schwerfällt, diese auszudrücken. Dadurch fördern sie Kommunikation und Ausdrucksfähigkeit. Bereits im Kindergartenalter können die Puppen hilfreich sein. Sie unterstützen die Entwicklung von Kommunikation und Empathie und erleichtern Kindern den Umgang mit Gefühlen.
faircheck: Wenn wir unsere Stimmungspuppe betrachten: Wie läuft ein solches Nähprojekt bei pro mente in der Praxis ab?
Margit Hein, pro mente: Am Anfang stand ein gemeinsames Brainstorming zur möglichen Verwendung der Stoffe. Aus zahlreichen kreativen Vorschlägen fiel die Wahl schließlich auf die Stimmungspuppen. Anschließend fertigten wir erste Prototypen an. Die positiven Rückmeldungen motivierten die Teilnehmer*innen zusätzlich. Danach wurden die einzelnen Arbeitsschritte aufgeteilt und die Produktion gestartet. Während des gesamten Projekts war die Freude am gemeinsamen Arbeiten und Gestalten deutlich spürbar.
faircheck: Gibt es noch weitere Produkte aus diesen Stoffen oder zukünftige Projekte?
Margit Hein, pro mente: Aus anderen Jersey-Stoffen werden derzeit Kordeln für Tragetaschen hergestellt. Über weitere Stoffspenden freuen wir uns jederzeit, denn sie bieten die Grundlage für neue kreative Nähprojekte.
faircheck: Herzlichen Dank für die tolle Kooperation und das ausführliche Interview!


