Interview mit Margit Hein, pro mente: Eine ganze besondere Stoffpuppe in der faircheck Edition

Wie aus nassen und schmutzigen Stoffen die faircheck Stimmungspuppe fairNanda bzw. fairNando entstand.

Wie die Stoffe ihren Weg nach Graz fanden, wie die Idee zu den Stimmungspuppen entstand und welche Schritte bis zum fertigen Produkt nötig waren, erzählt uns Margit Hein, Fachtrainerin im Nähbereich und kreativer Kopf bei pro mente Graz, im folgenden Interview.

Margit Hein mit helfenden Händen bei der Umsetzung des Projektes

faircheck: Liebe Frau Hein, erzählen Sie uns kurz, was pro mente genau macht und welche Position Sie dort innehaben?

Margit Hein, pro mente: Die pro mente steiermark GmbH unterstützt Menschen mit psychosozialen Problemstellungen und psychischen Erkrankungen mit einer Vielzahl von Hilfsangeboten. Ziel ist es, die individuelle Lebensqualität zu verbessern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Zu den Angeboten zählen berufliche Rehabilitation, tagesstrukturierende und stundenweise Beschäftigung, betreutes Wohnen, mobile sozialpsychiatrische Betreuung, Forensik, Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz, Diagnostik, Beratung, betriebliche Gesundheitsvorsorge sowie Bildungsangebote.

Ich bin Fachtrainerin im Nähbereich der Tagesstruktur per arte Graz. Zu meinen Aufgaben gehören die fachliche Einschulung der Teilnehmer*innen, die Anleitung bei unterschiedlichen Nähprojekten sowie die Planung der Arbeitsabläufe. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen setze ich Kundenaufträge und Projekte mit Kooperationspartner*innen um. Außerdem bin ich für die Auftragsakquise zuständig und arbeite selbst aktiv im Nähbereich mit.

faircheck: Wie sind die Stoffe aus unserem CSR-WeiterFAIRwertungsprojekt zu Ihnen gekommen? Was war notwendig, damit die Stoffe verwendet werden konnten?

Margit Hein, pro mente: Wir erhielten von unserer Leitung, Frau Vivien Hage, MSc, die Information über die Stoffspende. Kolleg*innen der Tagesstruktur re.mix Hartberg holten die Stoffe in Niederösterreich ab und verteilten sie auf die verschiedenen Standorte von pro mente in der Steiermark. Die Stoffe wurden zunächst gesichtet und gereinigt, da sie teilweise nass und verschmutzt waren. Erst danach konnten wir sie weiterverarbeiten und für die Stimmungspuppen verwenden.

faircheck: Wie entstand die Idee zu den Stimmungspuppen und in welchem Kontext werden sie eingesetzt?

Margit Hein, pro mente: Wir haben bereits früher Handpuppen gemacht und die Idee wurde nun wieder aufgegriffen. Die Stimmungspuppen unterstützen dabei, Emotionen zu beschreiben und den Zugang zu diesen zu erleichtern, insbesondere wenn es schwerfällt, diese auszudrücken. Dadurch fördern sie Kommunikation und Ausdrucksfähigkeit. Bereits im Kindergartenalter können die Puppen hilfreich sein. Sie unterstützen die Entwicklung von Kommunikation und Empathie und erleichtern Kindern den Umgang mit Gefühlen.

Der Herstellungsprozess

faircheck: Wenn wir unsere Stimmungspuppe betrachten: Wie läuft ein solches Nähprojekt bei pro mente in der Praxis ab?

Margit Hein, pro mente: Am Anfang stand ein gemeinsames Brainstorming zur möglichen Verwendung der Stoffe. Aus zahlreichen kreativen Vorschlägen fiel die Wahl schließlich auf die Stimmungspuppen. Anschließend fertigten wir erste Prototypen an. Die positiven Rückmeldungen motivierten die Teilnehmer*innen zusätzlich. Danach wurden die einzelnen Arbeitsschritte aufgeteilt und die Produktion gestartet. Während des gesamten Projekts war die Freude am gemeinsamen Arbeiten und Gestalten deutlich spürbar.

faircheck: Gibt es noch weitere Produkte aus diesen Stoffen oder zukünftige Projekte?

Margit Hein, pro mente: Aus anderen Jersey-Stoffen werden derzeit Kordeln für Tragetaschen hergestellt. Über weitere Stoffspenden freuen wir uns jederzeit, denn sie bieten die Grundlage für neue kreative Nähprojekte.

faircheck: Herzlichen Dank für die tolle Kooperation und das ausführliche Interview!